Hier finden Sie Basisinformationen über Leistenbrüche und die modernen Methoden der Leistenbruchoperation kurz, prägnant und gut verständlich.

Was ist eine Hernie und bei wem tritt sie auf?

Eine Hernie ist die Hervorwölbung eines Organs oder von Gewebe durch eine krankhafte Öffnung im Körper. Die meisten Hernien entstehen, wenn ein Teil des Darms durch eine Schwachstelle in der Bauchwand rutscht und dadurch eine sicht – und fühlbare Wölbung entsteht. Hernien können in der Nabelgegend, in der Leistengegend oder an jeder anderen Stelle entstehen, an der Sie eine Operationsnarbe haben. Es gibt Hernien, die angeboren sind, wohingegen andere sich langsam im Laufe von Monaten oder Jahren entwickeln. Außerdem gibt es Hernien, die ganz plötzlich auftreten. Hernien in der Leistengegend (Leistenbrüche) treten besonders häufig bei Männern auf. Dies liegt hauptsächlich an dem nicht unterstützten Bereich, der in der Leistengegend entsteht, wenn die Hoden im Verlaufe der Entwicklung in den Hodensack absteigen. Hernien am oberen Ende des Oberschenkels (Femoralhernien) treten am häufigsten bei Frauen auf. Üblicherweise als Folge einer Schwangerschaft oder Entbindung.


Sehen Sie die Sache einmal so …

Stellen Sie sich Ihre Hernie als eine Ausstülpung an einem Reifen vor. Die Außenwand des Reifens entspricht der Bauchwand. Der Schlauch im Reifen ähnelt Ihrem Darm.
Meistens ist die Außenwand des Reifens stark genug, um den Schlauch im Innern zu halten. Wenn aber die Außenwand schwach wird, kann eine Ausstülpung entstehen.
Auf ähnliche Weise kann sich eine Hernie an einer schwachen Stelle der Bauchwand bilden.


Warum schmerzt eine Hernie?

Das Unbehagen, das Sie empfinden – besonders wenn Sie husten, etwas Schweres heben oder lange stehen –, entsteht durch den konstanten Druck des Gewebes,  das sich seinen Weg durch die Schwachstelle Ihres Körpers bahnt. Je mehr Gewebe durch die Schwachstelle drückt, desto stärker ist das Druckempfinden. Eine Hernie, die sich schnell verschlimmert oder vergrößert, kann dabei einen plötzlichen, intensiven Schmerz hervorrufen.


Kann sich eine Hernie von selbst zurückbilden?

Eine unbehandelte Hernie heilt nicht von selbst, auch wenn sie sich über Monate oder Jahre hinweg nicht verschlimmert. Eine reponible Hernie d.h. eine Hernie, die einfach in die Bauchhöhle zurückgleitet oder zurückgeschoben werden kann, stellt im Allgemeinen keine unmittelbare Gesundheitsbedrohung dar, auch wenn sie schmerzhaft sein kann. Eine nicht reponible Hernie kann jedoch lebensgefährlich werden, wenn ein Teil des Darms eingeklemmt oder abgeklemmt wird (inkarzerierte Hernie).


Was kann ich tun, damit es mir besser geht?

Sie können sich vorübergehende Linderung verschaffen, wenn Sie ein Bruchband tragen, Ihre körperlichen Aktivitäten einschränken und vermeiden, schwere Dinge zu heben. Die einzig wirksame Behandlung ist jedoch eine Operation.

Es gibt zwei gute Gründe für eine Operation:

  1. Beseitigung oder Vorbeugung einer die Gesundheit gefährdenden abgeschnürten Hernie.
  2. Beseitigung der Schmerzen und der Sorgen, die Ihre Alltagsaktivitäten beeinträchtigen.

Ist eine OP für mich das Richtige?

Die Frage, ob Sie sich einer Operation unterziehen sollten, kann Ihnen nur Ihr Arzt beantworten. Ihr Arzt kann Ihnen mehr zu Ihrem Gesundheitszustand und den Behandlungsmöglichkeiten sagen. Es gibt keinen Grund, im Stillen zu leiden. Ihr Arzt ist da, um Ihnen zu helfen.


Wie wird eine Hernie operiert?

Ihr Arzt wird Ihre Hernie mit einem spannungsfreien chirurgischen Verfahren reparieren, das – wie der Name schon sagt – eine Spannung oder Belastung umliegender Muskeln oder Bänder ausschließt. Der Eingriff kann ambulant und unter Lokalanästhesie durchgeführt werden.

Ihr Arzt wird einen PerFix* Plug durch einen kleinen, 4 - 6 cm langen Einschnitt in den Herniendefekt einsetzen. Die sich verjüngende Form des Verschlusses erleichtert das Einführen und füllt die Öffnung aus wie ein Korken in einer Weinflasche (Abbildung 1).
Abbildung 1
Anschließend wird ein Stück flaches Netz über den Verschluss gelegt, was die Bildung weiterer Hernien in der gleichen Gegend in der Zukunft verhindert (Abbildung 2).
Abbildung 2

In den Wochen nach dem Eingriff wächst das benachbarte Gewebe um und durch das Netz und sorgt so für eine stabile und dauerhafte Reparatur.


Wie lange dauert ein Eingriff?

Der Eingriff dauert gewöhnlich weniger als 30 Minuten.



Wie schnell kann ich nach dem Eingriff wieder nach Hause?

Bei den meisten Patienten wird der Eingriff ambulant vorgenommen und sie können nach einer bis zwei Stunden die Klinik oder Praxis wieder verlassen.



Wie schnell kann ich nach dem Eingriff meine gewohnten Aktivitäten wieder aufnehmen?

Normale Bewegungen gefährden das OP-Ergebnis nicht. Patienten wird empfohlen, sich nach eigenem Ermessen zu bewegen und ihre gewohnten Tätigkeiten so schnell sie möchten wieder aufzunehmen.



Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Hernie erneut auftritt?

Die Versorgung mit dem PerFix* Plug minimiert das Risiko eines erneuten Auftretens der Hernie. Bei einer spannungsfreien Versorgung liegt das Risiko eines erneuten Auftretens üblicherweise bei weniger als einem Prozent.



Können Komplikationen auftreten?

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen besteht ein gewisses Komplikationsrisiko. Sprechen Sie hierüber noch vor dem Eingriff mit Ihrem Arzt.


Die Informationen auf dieser Seite können keinen Ersatz für eine professionelle medizinische Versorgung darstellen. Nur Ihr Arzt kann eine Diagnose stellen und Ihre Symptome in angemessener Weise behandeln.
 
 



  

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